Das Armilla-Symbol

Freedom, Independence, and Rebirth

Im antiken Rom war die Armilla ein kreisrunder Armreif bzw. Oberarmschmuck aus edlem Metall. Je nach Trageweise und Anlass wurde er von Zenturionen und Legionären am Oberarm oder an der Brust neben den Phalerae getragen; ebenso schmückte er die Handgelenke und Unterarme vornehmer Damen. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Begriff armus ab, was den Arm bzw. Oberarm bezeichnet; Armilla meint wörtlich ein Schmuckstück, das am Arm getragen wird.

Typischerweise handelte es sich um einen metallenen Armreif, dessen offene Enden in zwei einander zugewandten Schlangenköpfen ausliefen. Während die Schlange in Griechenland mit Hermes und Asklepios verknüpft war, stand sie in Rom vor allem mit Apollon in Verbindung; man glaubte, dass das Tragen dieses Reifs Kraft, Gesundheit, Attraktivität und Jugend verleihe.

Die Armilla als militärische Auszeichnung

In der römischen Armee war die Armilla eine hochangesehene militärische Tapferkeitsauszeichnung (Dona militaria), die Soldaten für außergewöhnlichen Heldenmut im Gefecht verliehen wurde. Römische Bürger-Legionäre und Unteroffiziere unterhalb des Zenturionenranges erhielten sie individuell verliehen; einfache Hilfstruppensoldaten (Auxiliare) waren von Einzelauszeichnungen zunächst ausgeschlossen, Hilfstruppenoffiziere hingegen konnten sie empfangen.

Andererseits konnte ein gesamtes Hilfstruppenregiment für herausragende Tapferkeit mit dem Ehrennamen armillata ausgezeichnet werden oder geschlossen das römische Bürgerrecht erhalten – ein Privileg, das die Einheit mit Stolz in ihre Titulatur aufnahm.

Die Armilla als weiblicher Schmuck

Frauen im antiken Rom trugen die Armilla als kostbares Schmuckstück, um ihren gesellschaftlichen Rang und Wohlstand zur Schau zu stellen. Oft streiften sie den Reif über den Oberarm oder kombinierten mehrere verzierte Spangen miteinander. Antike Wandfresken in Pompeji und römische Marmorstatuen belegen die kunstvolle Vielfalt dieses Schmucks.

Zudem waren Armilla-Reife in allen Gesellschaftsschichten Roms verbreitet – getragen von wohlhabenden Patrizierinnen wie auch von Geliebten und Freigelassenen. Ein berühmter goldener Schlangenreif, der in den Ruinen von Pompeji entdeckt wurde, trug die liebevolle Gravur „Vom Herrn an seine Sklavin“ – das kostbare Geschenk eines reichen Römers an seine Gefährtin.

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