Die Säulen des Gediminas

Early Lithuanian Heraldry

Die Säulen des Gediminas (auch Gediminas-Säulen) dienten den Großfürsten von Litauen als eines der bedeutendsten Hoheitszeichen litauischer Kultur, staatlicher Souveränität und fürstlicher Macht. Die Nachkommen des mittelalterlichen litauischen Herrschers Kęstutis führten dieses markante Emblem mit Stolz: Der Name leitet sich von der Gediminiden-Dynastie des 14. Jahrhunderts ab, die die Säulen als zentrales Motiv in ihr Wappen aufnahm.

Säulen des Gediminas

Die Säulen gehen der historischen Überlieferung nach auf die architektonischen Burgtore der Halbinselburg Trakai zurück, die Großfürst Kęstutis zwischen 1350 und 1377 als uneinnehmbare Festung gegen die verheerenden Einfälle des Deutschen Ritterordens errichten ließ. Das Symbol blieb über die Jahrhunderte hinweg ein unerschütterliches Zeichen nationaler Identität.

Nach der Annexion Litauens durch die Sowjetunion malten litauische Patrioten die Säulen des Gediminas als Graffiti an Mauern und Gebäude, um mutig gegen die sowjetische Besatzung zu protestieren. Das Zeichen entfaltete eine so starke revolutionäre Symbolkraft, dass die sowjetischen Behörden seine Darstellung streng verboten. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit fand das ehrwürdige Emblem wieder offiziellen Eingang in Wappen, militärische Auszeichnungen und die Insignien der litauischen Streitkräfte.

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