Der Hippokamp (Seepferdchen)

Symbol of power, water, helpfulness, bravery.

Der Hippokamp war ein Seepferd. Er besaß den Kopf eines Pferdes und den Körper eines Fisches. Hippokampen sind in zahlreichen antiken Kulturen aufgetaucht; sie werden gewöhnlich mit den Göttern des Meeres in Verbindung gebracht. Man glaubte, dass die schäumenden Kämme der Meereswellen der Ort waren, an dem die Hippokampen erschaffen wurden.

Um 750 v. Chr. fanden sich in der etruskischen Zivilisation Darstellungen von Hippokampen auf Grabwandmalereien: Man glaubte, dass der Hippokamp den Verstorbenen eine sichere Seereise in die nächste Welt ermöglichte. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde Melqart, der Schutzgott von Tyrus, häufig auf einem geflügelten Hippokampen reitend dargestellt, während ihm Delfine folgten. Zur selben Zeit wurden Hippokampen auf Münzen der Stadt Byblos abgebildet: Auf der Münze taucht der Hippokamp unter einem Kriegsschiff hindurch. In Kleinasien entdeckten Archäologen später eine Statue eines goldenen Hippokampen, die aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammte.

Poseidon in der griechischen Mythologie und Neptun in der römischen Sage waren eng mit Hippokampen verbunden: Beide fuhren einen seetüchtigen Streitwagen, der von Hippokampen gezogen wurde. Helike, eine griechische Stadt, besaß einen prächtigen Tempel, der Poseidon geweiht war; ein Erdbeben zerstörte den Tempel und ließ die Stadt im Meer versinken, woraufhin Fischerboote ihre Netze in den Hippokampen der untergetauchten Poseidonstatue verfingen. Auch Wassernymphen ritten der Sage nach auf Hippokampen.

Hippocampus Symbol

Thetis, eine griechische Meeresgöttin und die Mutter von Achill, ritt ebenfalls auf einem Hippokampen: Sie überbrachte Achills Schwert und Schild, die von Hephaistos, dem Schmied der Götter, geschmiedet worden waren, während sie auf ihrem Hippokampen ritt. Im Jahr 1918 schuf Griechenland eine Banknote, die dieses Motiv abbildete.

Hippokampen fanden sich auch in Statuen öffentlicher Bäder in den römischen Provinzen. In Griechenland begegnen Hippokampen an verschiedenen Tempeln, darunter an einem in Korinth. In Schottland erscheint der Hippokamp zudem auf piktischen Steinritzungen, die bis in das neunte Jahrhundert zurückreichen.

Hippocampus Symbol

Später erschien der Hippokamp auf den Wappen von Ländern und Städten in Wassernähe. Man glaubte, dass Hippokampen Seeleuten halfen, die auf See in Seenot gerieten; sie halfen Seeleuten auch dabei, vor Meeresungeheuern zu fliehen. In Venedig tragen die Gondeln zu beiden Seiten einen Hippokampen als Schutzzeichen. Der Hippokamp ist zudem das Markenzeichen der Taucheruhr Omega Seamaster. In moderneren Zeiten wurden Hippokampen auch schlicht als Seepferdchen bekannt.

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