Alpha und Omega
Alpha (Α) und Omega (Ω) bezeichnen den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets. Sie bilden ein ehrwürdiges christliches Symbol, das Gott und Christus repräsentiert, wie es in der biblischen Offenbarung des Johannes beschrieben wird (Gauding, 2009). Der Ausdruck „Alpha und Omega“ geht auf die Stellen in Offenbarung 1,8, 21,6 und 22,13 zurück, wo der Herr spricht: „Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ Dies bezeugt, dass Gott und Jesus Christus vollkommen ewig und zeitlos sind (The New Bible Dictionary, o. D.).
Diese Buchstaben wurden bereits im Urchristentum vielfältig genutzt: Sie erscheinen an den Armen des Kreuzes in frühen Malereien, Mosaiken und Skulpturen sowie an kostbaren, edelsteinbesetzten Kreuzen. Obwohl es sich um griechische Schriftzeichen handelt, waren sie in der westeuropäischen Kunst noch weiter verbreitet als in der ostkirchlichen Orthodoxie. Häufig sind sie links und rechts neben dem Haupt Christi innerhalb seines Heiligenscheins dargestellt, wo sie das traditionelle Christogramm ergänzen oder ersetzen; dies bringt zum Ausdruck, dass in Christus Anfang und Ende zu einer einzigen göttlichen Wirklichkeit verschmolzen sind. Oft werden Alpha und Omega kunstvoll mit dem Kreuz oder dem Chi-Rho (Christusmonogramm) verknüpft (Whittemore, 1987).

Manche Theologen sehen in diesem Wortlaut einen direkten Bezug zu Jesaja 44,6: „Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“ Obwohl die Offenbarung des Johannes eng an diese Prophezeiung anknüpft, vermuten einige Exegeten auch rabbinische Redewendungen des hebräischen Alphabets (von Aleph bis Taw) als Vorbild. Ursprünglich als Beweis der Wesenseinheit Christi mit Gott dem Vater verstanden, deuteten andere Schriftausleger Christus als den „letzten Adam“, der den Schöpfungsratschluss Gottes vollendet.