Das Amulett
Ein Amulett bezeichnet jeden Gegenstand, dem die magische Kraft zugeschrieben wird, das Böse abzuwehren und seinen Besitzer vor Schaden, Krankheit oder Unheil zu schützen. Das Wort wird häufig synonym mit „Talisman“ gebraucht; während ein Talisman jedoch in erster Linie als Glücksbringer fungiert, der Segen, Fülle und Erfolg anziehen soll (auch wenn er schützende Aspekte haben kann), dient das Amulett primär der aktiven Schutzabwehr von Gefahren.
Der Begriff leitet sich vom lateinischen amuletum ab, was einen Gegenstand bezeichnet, der einen Menschen vor Schaden bewahrt. Amulette können vielfältigste Gestalten annehmen: gravierte Edelsteine, Münzen, Ringe, Anhänger, kleine Statuetten, Zeichnungen, getrocknete Kräuter, Tierteile oder Pergamente mit magischen Sprüchen und Gebetsformeln. Sie werden direkt am Körper getragen, über Betten aufgehängt oder in rituellen Waschungen eingesetzt.
Amulette waren zu allen Zeiten fester Bestandteil der Folklore und Glaubenswelt fast jeder Zivilisation: Im antiken Rom waren sie eng mit Religion und Magie verknüpft; bestimmten Halbedelsteinen wurden die spezifischen Schutzkräfte einzelner Götter zugeschrieben.
Seit der Antike vertrauten Christen, Juden und Muslime auf geweihte Gegenstände und heilige Schriften zum Schutz in schweren Zeiten: Die jüdische Tradition schätzt textbasierte Amulette (wie Mesusot und Kameen); im katholischen Christentum gelten das Kruzifix, die Benediktusmedaille, geweihtes Salz, Weihwasser und Skapuliere von Heiligen und Erzengeln als traditionelle Schutzmittel gegen das Böse.
