Die Borromäischen Ringe
Die Borromäischen Ringe bestehen aus drei kreisförmigen Ringen, die so miteinander verschlungen sind, dass sie eine sogenannte Brunnsche Schlinge bilden: Entfernt oder zerschneidet man einen einzigen der drei Ringe, fallen auch die beiden anderen vollständig auseinander. Aus diesem Grund dienten die Borromäischen Ringe seit frühesten Epochen als vollkommenes Sinnbild für die unzerbrechliche Kraft der Einigkeit. Obgleich das Symbol meist aus drei Kreisen gezeichnet wird, finden sich in der Geschichte auch Varianten mit Dreiecken oder Ovalen.

Historische Funde belegen das Motiv in frühbuddhistischer Kunst, auf skandinavischen Wikinger-Runensteinen (Gotland) und auf römischen Mosaiken vor tausenden Jahren. Seinen heutigen Namen erhielt das Zeichen jedoch erst im 15. Jahrhundert nach der Mailänder Adelsfamilie Borromeo, die das Dreiring-Motiv in ihr Familienwappen aufnahm. Im Christentum wurde das Symbol herangezogen, um das Mysterium der Heiligen Dreifaltigkeit (Gottvater, Sohn und Heiliger Geist) zu versinnbildlichen, weshalb es auch als Dreifaltigkeitsringe bekannt ist.

Über die Kraft der Gemeinschaft hinaus versinnbildlichen die Ringe die karmischen Gesetze des Kosmos und die fundamentale Verbundenheit allen Seins: Ähnlich dem Schmetterlingseffekt löst jede Handlung unweigerlich eine Resonanz im Ganzen aus. Auch in der modernen Mathematik (Topologie) und der Molekularbiologie dienen die Borromäischen Ringe als faszinierendes Modell zur Beschreibung räumlicher Geometrie und verknüpfter Molekülstrukturen.
Verfügbare Größen: 500px | 800px | 1000px | Vollbild (2000px)
