Die Kartusche
Symbol of power and authority.
Die ägyptische Kartusche ist eine längliche, ovale Schleife mit flachem Querstrich am unteren Ende, in deren Innerem die königlichen Hieroglyphen eingemeißelt sind. Die umschließende Schlaufe stellt ein magisches Seil dar, das am Ende kunstvoll verknotet ist: Es symbolisiert den unendlichen Kreis der Sonne, die alles umschließt, und bringt die allumfassende Herrschaft des Pharao über das gesamte Universum zum Ausdruck.
Kartuschen schmückten die Grabkammern, Stelen und Sarkophage der Pharaonen im alten Ägypten: Nach ägyptischem Glauben erlosch die Seele eines Menschen niemals, solange sein Name auf Erden gelesen und ausgesprochen wurde; die Kartusche diente somit als ewiger Identifikationsanker für das Jenseits. Pharaonen trugen Amulette mit ihren Kartuschen, um Unheil abzuwehren und göttlichen Schutz anzuziehen. In bestimmten Epochen wurden die Namen auf Grabkartuschen vorsorglich unvollständig gelassen oder verborgen, aus Furcht, feindliche Magier könnten durch den Besitz des Namens Macht über den Verstorbenen erlangen. Die ersten Kartuschen entstanden um 2800–2700 v. Chr. und wurden ab der 4. Dynastie (um 2600–2500 v. Chr.) zur verbindlichen königlichen Namensform.
Im Altägyptischen hieß die Kartusche Schenu (abgeleitet vom Verb scheni, „umkreisen“). Die Bezeichnung „Kartusche“ stammt von den Soldaten Napoleons während der Ägyptenexpedition (1798), da sie das Emblem an die Papierpatronen (cartouches) ihrer Vorderladergewehre erinnerte.
In der Gegenwart sind altägyptische Kartuschen mit individuell eingravierten Namenshieroglyphen beliebte Schmuckanhänger für Halsketten und Armbänder.
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