Das Drachen-Symbol
Der Drache ist ein Fabelwesen, das in den Sagen, Mythen und Volksmärchen nahezu aller großen Kulturen der Menschheit auftaucht. Unterschiedliche kulturelle Überlieferungen verliehen ihm reptilien- oder schlangenartige Wesenszüge, sodass er Ähnlichkeiten mit Krokodilen, Riesenschlangen oder Echsen aufweist. Das Wort „Drache“ leitet sich vom griechischen Begriff Drakon ab, was wörtlich eine riesige Schlange oder ein gewaltiges Seeungeheuer bezeichnet.
Grundlegend unterscheidet man zwischen zwei großen Haupttraditionen: dem europäischen und dem asiatischen Drachen. Im christlich geprägten Europa wurden Drachen zumeist als unheilvolle, furchterregende Ungeheuer des Bösen gezeichnet, während vorchristliche Drachen oft wohlwollende Wächterkräfte darstellten; sie besitzen einen festen Platz in der griechischen, germanischen, keltischen und slawischen Mythologie.
Die chinesische Kultur pflegt ein unvergleichliches Verhältnis zum Drachen: In ihrer Tierhierarchie steht der Drache (Long) ganz an der Spitze. Seit dem Altertum als höchstes Hoheitszeichen des Kaisers verehrt, ist der Drache in China das Sinnbild für Stärke, kaiserliche Würde, Glück und kosmische Majestät. Die legendären Wesen sind untrennbar mit dem Element Wasser und dem Wettergeschehen verbunden: Man glaubt, dass sie Regen spenden, Gewitter und Wolken lenken und über Flüsse, Seen und Meere gebieten.

Auch in anderen asiatischen Kulturen – wie in Japan, Korea und Vietnam – gilt der Drache als Herrscher über Regen und Fruchtbarkeit. Er repräsentiert das Kaisertum, Langlebigkeit, Lebenskraft, Regeneration und spirituelles Wachstum. In der indischen Mythologie begegnen verwandte Wesen in Gestalt der Nagas – mächtige Schlangengottheiten, die Menschengestalt annehmen können, als Wächter heiliger Quellen, Brunnen und Flüsse verehrt werden und uralte Schätze der Erde hüten.
In zeitgenössischen Darstellungen verkörpern Drachen je nach Kontext lichte oder dunkle Mächte. Bis heute beflügeln sie die Fantasie der Menschen und sind aus Literatur, Filmkunst, Wappenkunde und Bildhauerei nicht wegzudenken.
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