Die Hand der Fatima (Hamsa)
Auch bekannt als Hamsa, Chamsa oder Hamesh-Hand, ist die Hand der Fatima ein populäres Schutzamulett des Orients, das im Islam Fatima Zahra ehrt, die Tochter des Propheten Mohammed und Gemahlin von Ali ibn Abi Talib. Seit Jahrtausenden dient es als wirkmächtiges Abwehrmittel gegen den „bösen Blick“ (Neid) und schenkt Glück, Schutz, Gesundheit und Fülle. Gestaltet als offene Handfläche mit einem wachsamen Auge im Zentrum, wird das Symbol als Schmuckanhänger am Körper getragen, über Türeingängen aufgehängt oder auf Besitztümer gemalt, um Unglück fernzuhalten.
Die Hand der Fatima versinnbildlicht Fatimas leidgeprüftes Leben und ihr Ringen um Würde; sie steht für Geduld (Sabr), Standhaftigkeit, tiefen Glauben und unerschütterliche Treue. Sie verkörpert den universellen Segen von Friede, Wahrheit und Güte und strahlt als schützende Hand Liebe aus, die böse Absichten abwehrt.
Die fünf Finger der Hand stehen im schiitischen Islam für die heiligen Fünf (Ahl al-Bait): den Propheten Mohammed, Fatima, Ali sowie deren Söhne Hassan und Hussein. Im sunnitischen Islam symbolisieren die fünf Finger die Fünf Säulen des Glaubens: das Glaubensbekenntnis (Schahada), das Gebet (Salat), das Fasten im Ramadan (Saum), die Almosensteuer (Zakat) und die Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch).
Über den Islam hinaus wird die Hand als Schutzamulett von Juden, Christen und nordafrikanischen Berbern geschätzt; sie besitzt uralte Wurzeln in vorislamischen Schutzgottheiten (wie Tanit in Karthago). Im Judentum ist sie als Hand der Mirjam (der biblischen Schwester von Mose und Aaron) ein beliebtes kabbalistisches Amulett, das oft mit dem Davidstern, Fischen oder dem Segensspruch Schma Jisrael verziert wird.
