Der Heilige Gral

Der Heilige Gral ist eines der bedeutendsten und beständigsten Symbole des Christentums. Man glaubt, dass es sich um den Kelch oder die Schale handelt, die Jesus Christus beim Letzten Abendmahl benutzte, das er vor seiner Kreuzigung mit seinen Jüngern abhielt. Man nimmt zudem an, dass dieser Kelch bei der Kreuzigung von Josef von Arimathäa verwendet wurde, um das Blut Jesu aufzufangen. Der Legende nach brachte Josef den heiligen Becher nach Britannien und begründete eine geheime Reihe von Wächtern, die ihn seither sicher verwahrten. Da er von Christus berührt worden war, glaubte man, dass der Kelch wundersame Kräfte besitze, und so war er überaus begehrt.

Der Heilige Gral hat die Phantasie der Menschen beflügelt, seit die Gralslegenden um das zwölfte Jahrhundert herum ihren ersten literarischen Ausdruck fanden. Er bildet einen wichtigen Bestandteil der Artusliteratur und war der vorrangige Gegenstand der ritterlichen Suche der Ritter an der Tafelrunde von König Artus. In der frühen Literatur wurde der Gral als Teller, Servierschale, Stein oder sogar als etwas rein Geistiges oder Ätherisches dargestellt; als Becher bzw. Kelch wurde er erstmals im Werk Joseph d'Arimathie geschildert, das um 1205 von Robert de Boron verfasst wurde.

Als christliches Symbol ist der Heilige Gral weit mehr als ein heiliger Gegenstand: Er bedeutet die Vergebung der Sünden und das Erlangen der Unsterblichkeit. Bei den heiligen Kommunionsgottesdiensten repräsentiert der Kelch den Leib bzw. das Wesen Jesu, und der darin enthaltene Wein symbolisiert das Blut, das er vergoss, als er das höchste Opfer zum Wohle der Menschheit darbrachte.

Holy Grail

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