Der Minotaurus

Symbol of internal conflict, power, and chaos.

Der Minotaurus entstammt der klassischen griechischen Mythologie. Er war der Nachkomme von Pasiphae und einem Stier. Pasiphae war die Gemahlin von König Minos auf Kreta. Als der König den Zorn des Meeresgottes Poseidon erregte, veranlasste dieser, dass Pasiphae in verhängnisvoller Begierde zu dem prächtigen weißen Opferstier des Königs entbrannte. Aus dieser Verbindung ging der Minotaurus hervor – ein Wesen mit dem kräftigen Körper eines Mannes und dem Haupt eines Stieres. König Minos ertrug den Anblick dieses Wesens nicht und ließ von dem genialen Baumeister Dädalus ein gewaltiges Labyrinth erbauen, um den Minotaurus für immer darin gefangen zu halten. Dem Minotaurus wurden in regelmäßigen Abständen athenische Jünglinge und Jungfrauen als Tribut dargebracht, die er in den finsteren Gängen des Irrgartens jagte und verschlang. Schließlich bezwang der athenische Held Theseus den Minotaurus mithilfe von Minos’ Tochter Ariadne und deren berühmtem Faden.

Minotaurus

Minotaur

Der Minotaurus war ein Ausgestoßener, der einsam in einem Gefängnis lebte, dem er selbst niemals entkommen konnte. Ein Labyrinth kann endlos wirken, mit unzähligen Sackgassen und Irrwegen, die ins Nichts führen. Obwohl der Minotaurus aus dem Wirken des Meeresgottes hervorging, vermochte er nicht, sich einen Weg aus dem Labyrinth zu bahnen. Die Menschen hielten ihn für eine grausame Bestie, weil Minos sie lehrte, dies zu glauben; in Wahrheit wurde er erst durch seine Verbannung zu einer gefährlichen Kreatur gemacht. In einem endlosen Labyrinth ohne jede menschliche Wärme und mit kargem Überleben eingesperrt zu sein, treibt jedes Wesen in den Wahnsinn. Aus diesem Grund steht der Minotaurus in der Tiefenpsychologie und Mythologie oft als Sinnbild für das Chaos des Lebens, unkontrollierbare Triebe und unsere inneren seelischen Konflikte.

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