Das Ogham-Symbol
Ogham ist ein keltisches Alphabet, das bis ins vierte Jahrhundert zurückreicht. Man nimmt an, dass es seinen Ursprung bei den keltischen Stämmen hatte, die vom Kontinent nach Britannien einwanderten. Es wird angenommen, dass das keltische Orakelalphabet nach dem keltischen Gott der Kommunikation und des Wissens, Ogmos, benannt wurde, der mit dem griechischen Hermes und dem gallischen Ogmios in Verbindung gebracht wurde.
Das Ogham-Alphabet besteht aus zwanzig Zeichen, und jedem von ihnen ist ein Baum zugeordnet, der von den Druiden als heilig verehrt wurde. Somit repräsentiert jeder Ogham-Buchstabe einen bestimmten Baum und die Eigenschaft, das Gefühl oder die Essenz, die dieser Baum symbolisiert. Alle diese einfachen Zeichen werden mit ein bis fünf gewinkelten oder geraden Linien gezeichnet, die auf einer geraden (vertikalen oder horizontalen) Grundlinie eingeritzt sind.
Die Verwendung des Ogham-Alphabets war nie ganz eindeutig. Obwohl es keine tatsächliche Dokumentation gibt, die die ursprüngliche Verwendung der Symbole belegt, nutzen Druiden, Neuheiden und Wicca-Anhänger sie als Werkzeuge zur Weissagung. Die alten Kelten waren spirituell fortschrittliche Menschen, die sich intensiv mit der Natur verbanden. Durch das Ogham-Alphabet verflochten sie ihr Schriftsystem in Gemeinschaft mit der Natur und nutzten es für die seelenvolle Betrachtung der kosmischen Ausdrücke, die sich in den heiligen Bäumen manifestieren.
Man geht davon aus, dass das Wissen über das Ogham bis ins Mittelalter mündlich über die Generationen hinweg weitergegeben wurde. Das Book of Lecan (1416), das Book of Ballymote (1391) und das Book of Leinster (12. Jahrhundert) sind einige mittelalterliche Manuskripte, die die Verwendung von Ogham als Alphabetsystem festhalten. Die Ogham-Buchstaben wurden gewöhnlich auf Bäume, Stöcke und Pfähle eingeritzt. Die erhaltenen Spuren der Schrift liegen jedoch in Form von Steininschriften vor, im Allgemeinen auf Wegmarken und Grabsteinen. Die meisten davon wurden auf den Britischen Inseln gefunden, in Wales und Südirland. Einige wurden auch an so fernen Orten wie Portugal und Spanien entdeckt.
