Der Ouroboros (Schlange, die sich in den Schwanz beißt)

Der Name Ouroboros (Uroboros) ist griechischen Ursprungs: Oura bedeutet Schwanz und Boros Verzehrer. Zusammengesetzt bedeutet der Begriff wörtlich „Schwanzverzehrer“ oder „derjenige, der seinen eigenen Schwanz frisst“. Als zeitloses Symbol stellt er eine Schlange oder einen Drachen dar, der sich in den eigenen Schwanz beißt und so einen geschlossenen Kreis bildet.

Der Ouroboros zählt zu den ältesten mystischen Symbolen der Erde: Erste Darstellungen finden sich bereits im alten Ägypten um 1600 v. Chr. im Grab Tutanchamuns; die Phönizier übernahmen das Zeichen, und die antiken Griechen gaben ihm seinen Namen. Im Verlauf der Jahrhunderte deuteten die Kulturen den Ouroboros als Sinnbild der ewigen zyklischen Natur des Universums, das neues Leben aus der Zerstörung gebiert. In der Alchemie verkörpert er das Grundprinzip Hen to pan („Eines ist Alles“) und den unendlichen Prozess von Lösung und Gerinnung (Solve et coagula). Gnostizismus und Hermetik verehren den Ouroboros als Zeichen für die Überwindung aller Dualität und die Verbindung zum Sonnengott Abraxas.

Auch das mathematische Unendlichkeitszeichen (Lemniskate, ∞) soll von einer geschlungenen Form des Ouroboros abgeleitet worden sein. Zudem begegnet der Ouroboros vielfach in freimaurerischen und esoterischen Siegeln des 17. und 18. Jahrhunderts als Siegel ewiger Erneuerung.

Ouroboros

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