Das Patriarchenkreuz
Symbol of rulership and faith.
Das Patriarchenkreuz (auch Erzbischofskreuz genannt) ist eine Kreuzform, die durch einen zweiten, kürzeren Querbalken oberhalb des Hauptbalkens gekennzeichnet ist. Dieses Zeichen wird in der christlichen Kirche seit etwa 1100 verwendet und findet sich in unterschiedlichen Konfessionen und Traditionen; seine frühesten Vorläufer tauchten bereits in antiken Manuskripten auf.
Für den oberen Querbalken existieren verschiedene symbolische Deutungen: Bei antiken Kreuzigungen wurde am oberen Ende des Kreuzstammes eine Tafel mit dem Namen und der Anklage des Verurteilten angebracht (Titulus); der obere Balken versinnbildlicht diese Inschriftentafel (INRI). Eine andere theologische Deutung bezieht sich direkt auf Jesus Christus: Sie besagt, dass der eine Querbalken für Christi Opfertod steht und der andere seine triumphale Auferstehung anzeigt. Die byzantinischen Kaiser wiederum sahen in dem doppelten Kreuzbalken das Zusammenwirken ihrer weltlichen Herrschaft und ihrer kirchlichen Autorität.
Der Templerorden sowie zahlreiche Erzbischöfe und Kardinäle führten das Patriarchenkreuz in ihren heraldischen Wappen.
In der Gegenwart wird das Symbol bei feierlichen liturgischen Prozessionen der Kirche vorangetragen – typischerweise vom Erzbischof oder Metropoliten als geistlichem Oberhirten. Zudem bildet das Patriarchenkreuz (Lothringer Kreuz) einen festen Bestandteil des ungarischen und slowakischen Staatswappens.
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