Das Taijitu-Symbol

Das Taijitu ist das zentrale Sakralsymbol der religiösen und philosophischen Tradition des Daoismus (Taoismus). Der Begriff bedeutet wörtlich „Diagramm des höchsten Letzten“ (Taiji) und veranschaulicht das berühmte altchinesische Konzept von Yin und Yang – das harmonische Ineinandergreifen scheinbar gegensätzlicher Kräfte im Kosmos.

Das Taijitu-Symbol setzt sich aus zwei geschwungenen, tropfenförmigen Hälften (einer schwarzen und einer weißen) zusammen, die sich vollkommen zu einem Kreis ergänzen. Jede der beiden Figuren birgt einen Kern ihres Gegenstücks in sich: So liegt ein schwarzer Punkt inmitten der weißen Hälfte und ein weißer Punkt inmitten des schwarzen Bereichs. Diese scheinbar gegensätzlichen, sich jedoch wechselseitig bedingenden Hälften bilden eine unteilbare Ganzheit und sind ohneeinander unvollständig.

Die dunkle, schattige Seite repräsentiert Yin, die lichte, sonnige Seite Yang. Yin wird mit Weiblichkeit, Erde, Wasser, Mond und der Nacht assoziiert; es gilt als empfangend, kühl, weich, nachgebend und feucht. Yang hingegen ist mit Männlichkeit, Tatkraft, Feuer, Himmel und Tag verknüpft; es gilt als aktiv, heiß, fest und trocken. Das Weiße symbolisiert zugleich Klarheit und das Schwarze die verborgene Tiefe, aus der Erleuchtung erwächst.

Taijitu

Die grundlegende Botschaft des Taijitu-Symbols lautet, dass alles im Universum in Polarität existiert – dem Wesenskern der Natur. Es kann kein Konzept des Guten ohne den Begriff des Schlechten geben; Mann und Frau, Recht und Unrecht, Licht und Finsternis, Hitze und Kälte, Tag und Nacht bedingen einander wechselseitig und können niemals isoliert bestehen.

Die kreisende, dynamische Bewegung des Taijitu beschreibt darüber hinaus den ewigen Kreislauf allen Lebens: Die Welt wandelt sich unaufhörlich in festen Rhythmen – der Tag weicht der Nacht, die Nacht gebiert den neuen Tag, jede Geburt mündet im Tod, und aus dem Tod entspringt neue Wiedergeburt.

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