Das Tilaka-Symbol

Das Tilaka-Symbol ist ein glückbringendes, religiöses Zeichen, das im Hinduismus üblicherweise auf der Stirn zwischen den Augenbrauen aufgetragen wird und die Zugehörigkeit zum hinduistischen Glauben bekundet. Es wird von Hand aufgetragen und besteht aus einer Paste oder einem Pulver, das aus unterschiedlichsten geheiligten Substanzen bereitet wird – darunter Sandelholzpaste, rotes Kumkum (Kurkuma), heilige Asche (Vibhuti), Tonerde heiliger Flüsse oder Holzkohle. Wenn ein Tempelpriester den Besuchern das Tilaka auf die Stirn streicht, gilt dies als Empfang des göttlichen Segens. Priester, Sadhus und gläubige Asketen tragen das Zeichen täglich; ansonsten wird es bei rituellen Gottesdiensten, Tempelfesten, Übergangsriten und Hochzeiten aufgetragen.

Gemäß den vedischen Texten und dem historischen Kastenwesen gab es traditionell vier Hauptformen des Tilaka: das Brahmanen-Tilaka mit zwei vertikalen Linien auf der Stirn; das Kshatriya-Tilaka in Form einer Mondsichel mit zentralem Punkt; das Vaishya-Tilaka mit drei bogenförmigen horizontalen Linien und Punkt; und das Shudra-Tilaka in Gestalt eines großen runden Punktes auf der Stirn.

Zugleich unterscheiden sich die Tilakas nach den verschiedenen hinduistischen Glaubensrichtungen: Die Vaishnavas (Anhänger Vishnus) tragen das sogenannte Urdhva Pundra in Gestalt eines länglichen „U“ oder „V“, das die Fußspuren Vishnus symbolisiert und mit oder ohne Mittellinie gezeichnet wird. Die Shaivas (Verehrer Shivas) tragen das Tripundra – drei parallele waagerechte Streifen aus heiliger Asche mit oder ohne roten Punkt im Zentrum.

Tilaka

Neben dem Bekenntnis zu einer Glaubenstradition dient das Tilaka der persönlichen geistigen Weihung und dem Schutz: Zu diesem Zweck kann es auf zwölf traditionelle Körperstellen aufgetragen werden – Stirn, Scheitel, Kehle, Brust/Herz, beide Unterarme, beide Oberarme, Nacken, Bauch und beide Flanken –, wobei bei jedem Strich der Name einer bestimmten Gottheit im Gebet angerufen wird.

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