Die Vesica Piscis (Fischblase)
Die Vesica Piscis (Fischblase) entsteht durch die geometrische Überschneidung zweier Kreise mit identischem Radius, wobei der Mittelpunkt jedes Kreises auf dem Kreisbogen des anderen liegt. Aus dem Lateinischen wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Harnblase eines Fisches“. Dieses Symbol spielte in der pythagoreischen Mathematik eine herausragende Rolle: Es galt als heilige Figur, da das Verhältnis seiner Breite zu seiner Höhe dem mathematischen Bruch 265:153 bzw. der Quadratwurzel aus 3 (1,73205...) entspricht. Bemerkenswerterweise wird die Zahl 153 im Johannesevangelium als die genaue Anzahl der Fische genannt, die Jesus die Jünger auf wundersame Weise fangen ließ; darum sehen viele Kirchenväter in der Vesica Piscis ein Symbol für Jesus Christus (Ichthys). Auch in den Proportionen der Bundeslade wurde diese geometrische Form vermutet.
Zahllose weitere mystische Deutungen ranken sich um die Figur: Sie veranschaulicht die Vereinigung von Gott und Göttin, von Himmel und Erde zur Erschaffung neuen Lebens. Historisch findet sich die Vesica Piscis in romanischer und gotischer Kunst, wo Christus als Weltenherrscher häufig in einer mandelförmigen Gloriole (Mandorla) thront. In der Heiligen Geometrie ist die Vesica Piscis das Grundelement, aus dem die Blume des Lebens und der Lebensbaum hervorgehen – ein universeller Schlüssel zu harmonischen Proportionen und geistiger Schöpferkraft.
Entnommen aus dem Artikel Vesica Pisces bei Ka gold jewelry
