Das Yin-Yang-Symbol
Das Konzept von Yin und Yang hat seine tiefen Wurzeln in der altchinesischen Philosophie. Das Yin-Yang ist das bekannteste daoistische Symbol und wird traditionell auch als Taiji (Taijitu) bezeichnet. Das Symbol besteht aus einem äußeren Kreis, der zwei tropfenförmige Hälften umschließt, die harmonisch ineinanderfließen: Eine Hälfte ist schwarz mit einem kleinen weißen Punkt im Zentrum, die andere weiß mit einem kleinen schwarzen Punkt.
Der umschließende Kreis repräsentiert das Dao – den unaussprechlichen Ursprung aller Existenz, der die Vielheit der Erscheinungen zur Einheit verbindet. Die dunkle Hälfte verkörpert das Yin-Qi, die urweibliche, empfangende, kühle und ruhende Energie; die helle Hälfte steht für das Yang-Qi, die urmännliche, schöpferische, warme und dynamische Kraft. Die Art und Weise, wie beide Teile einander umarmen, drückt eine ständige, fließende Kreisbewegung und ein unaufhörliches Wechselspiel aus, das alles Leben hervorbringt. Obwohl Yin und Yang polare Gegensätze sind, wandeln sie sich fortwährend ineinander um: Aus der Nacht erwächst der Tag, und der Tag weicht der Nacht; aus dem Tod entsteht neues Leben, und Hitze kühlt ab, um wieder Wärme aufzunehmen.
Die kleinen, im Kern jeder Hälfte liegenden Punkte versinnbildlichen den Keim des einen Prinzips im Herzen des anderen. Sie veranschaulichen, dass kein Aspekt jemals völlig isoliert existieren kann und jedes Prinzip ohne sein Gegenstück bedeutungslos wäre.

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