Der Blitz als Symbol
A Symbol of destruction, power, spiritual power, cosmic order, creation, and love-struck.
Blitze und Donnerkeile wurden in der Geschichte der Menschheit seit jeher mit unbezwingbarer göttlicher Allmacht verknüpft: Bereits die proto-indoeuropäischen Völker des 4. Jahrtausends v. Chr. verehrten den Himmelsvater (Dyeus Phter) als allsehende Hauptgottheit; der Blitz galt als seine sichtbare Waffe.

Zeus war der Gott des Himmels und des Donners in der antiken griechischen Religion. Er wird fast immer mit erhobenem Donnerkeil in der rechten Hand dargestellt, bereit zum Blitzschlag. Nachdem Zeus die Zyklopen aus dem Tartaros befreit hatte, schmiedeten sie ihm aus Dankbarkeit den Donnerkeil, mit dessen Hilfe er die Titanen bezwang. Als Asklepios, der Gott der Heilkunde, Tote auferweckte und damit die Grenzen zwischen Göttern und Sterblichen verwischte, erschlug Zeus ihn mit einem Blitzkeil. Ebenso streckte Zeus das riesenhafte Ungeheuer Typhon mit Blitzen nieder und bannte es unter dem Ätna auf Sizilien – bis heute werden die Eruptionen des Vulkans dem tobenden Feuer von Zeus’ Blitzen zugeschrieben.
Der vedische Gott Indra führte den Donnerkeil namens Vajra – ein Symbol, das die Härte des Diamanten mit der vernichtenden Kraft des Blitzes vereint. Indra gebot über Gewitter und lebenspendenden Regen; im Hinduismus steht der Vajra für unverwüstliche spirituelle Kraft.

Heraklit, der vorsokratische griechische Philosoph, beschrieb den Blitz als die kosmische Kraft, die „das All steuert“ – was den Donnerkeil zum Sinnbild der universellen Weltordnung macht.
In der Tora und im Alten Testament waren Blitz und Donner sichtbare Zeichen des göttlichen Strafgerichts und der Gegenwart Gottes auf dem Sinai.
Im hethitischen Reich war das Dreifachbündel von Blitzen das Symbol des Wettergottes Teššub.
In der römischen Mythologie wurde Jupiter, der König der Götter, von den Zyklopen mit dem Donnerkeil ausgestattet.
Taranis war der keltische Donnergott, der oft mit Blitzbündel und Rad dargestellt wurde; er korrespondiert mit dem antiken Zyklopen Brontes („Donnerer“).

In der nordischen Mythologie gebietet Thor, der Donnergott, über den Hammer Mjölnir, durch den er die zerschmetternde Kraft des Blitzes lenkt.
In Westafrika spricht Amadioha, der Donnergott im Südosten Nigerias (unter den Yoruba als Shango verehrt), durch den Donner: Er ist der Gott der Gerechtigkeit und streckt Schuldige mit Blitzen nieder. Zugleich ist der Blitz bei den Igbo ein Schöpfungssymbol: Amadioha spaltete mit einem Blitzstrahl einen Baumwollbaum, woraus die ersten Menschen hervortraten.
In China ist Leigong der Gott des Donners: Er schlägt mit Hammer und Meißel auf Trommeln, um Blitze und Donner zu entfesseln.
In der Moderne steht der Blitz für elektrische Energie, findet sich jedoch auch in politischen Symbolen. Die Rockband AC/DC führt einen Blitz in ihrem Schriftzug, und die People’s Action Party in Singapur nutzt ihn im Logo. In der Popkultur ziert der Blitz die Brust von Comic-Helden wie Flash, Shazam und Black Lightning; Harry Potter trägt eine blitzförmige Narbe; und im Film Der Pate beschreibt der „Blitzschlag“ (Colpo di fulmine) die überwältigende, schlagartige Verliebtheit in eine schöne Frau.
