Die Mesusa
Symbol of God, the Torah, and protection.
Mesusa bedeutet auf Hebräisch Türpfosten. Sie ist ein heiliges Symbol für Gott und die Tora. Manche Menschen betrachten sie zudem als ein Schutzsymbol. Mesusot finden sich an den äußeren Türpfosten jüdischer Wohnhäuser. Sie sind ebenso im gesamten Haus an den Pfosten der Wohnbereiche wie Küche und Schlafzimmer angebracht. Die Mesusa selbst tauchte erstmals um 1272–1258 v. Chr. in Kanaan auf. Diese Form der Mesusa ist im rabbinischen Judentum weit verbreitet.

Die Mesusa besteht aus einem Pergament namens Klaf, auf das bestimmte Verse aus der Tora geschrieben sind. Ein qualifizierter Toraschreiber (Sofer) fertigt das Klaf an. Das Klaf wird in einem kunstvoll verzierten oder schlichten Behälter aufbewahrt, der aus Metall bis hin zu Kunststoff gefertigt sein kann. Auf dem Klaf sind die Verse aus Deuteronomium 6,4–9 und 11,13–21 niedergeschrieben. Dies sind die zentralen jüdischen Gebete des „Schma Jisrael“. Zusammen mit dem Gebet befindet sich das hebräische Wort Schaddai, einer der Namen Gottes, auf der Rückseite des Pergaments sowie auf der Vorderseite des Gehäuses. Der Satz Adonai, Eloheinu, Adonai, was „Der Herr, unser Gott, der Herr“ bedeutet, steht auf der Rückseite des Pergaments zusammen mit dem hebräischen Wort Schaddai und auf dem Behälter genau gegenüber der Inschrift auf der Vorderseite.
Die Mesusa wird üblicherweise schräg am Türpfosten angebracht. Zwei Rabbiner konnten sich einst nicht einigen, ob sie waagerecht oder senkrecht befestigt werden sollte. Sie schlossen einen Kompromiss und entschieden, dass sie in einem Neigungswinkel an den Türpfosten angebracht werden soll. Während einige Menschen in der Mesusa vor allem einen Weg sehen, Gott und die Tora zu ehren, haben frühe rabbinische Quellen sie auch als Schutzamulett bezeichnet, und viele Menschen empfinden sie bis heute als ein Symbol des Schutzes für ihr Heim. Auch die Samaritaner bringen Mesusot an, unterscheiden sich jedoch in ihren Inschriften: Sie beschriften ihre Mesusa mit einem Vers aus den Fünf Büchern Mose. Sie brachten zudem steinerne Tafeln über der Eingangstür ihres Hauses an, die mit den Zehn Geboten beschriftet waren. Dieser Brauch reicht bis in die frühislamische und byzantinische Zeit zurück. Heute fertigen sie ihre Mesusa aus einer Holzplatte, Pergament, hochwertigem Papier oder Marmor. Sie versehen diese mit einem Vers aus der samaritanischen Tora. Zudem verwenden einige Samaritaner die gleichen kleinen Behälter im jüdischen Stil an ihren Häusern und legen Verse der Samaritaner hinein. Es gilt als erstrebenswert, so viele davon wie möglich im Haus zu haben.
