Schutzsymbole
Symbole zum Schutz vor dem Bösen und zur Herbeiführung von Glück
Überall auf der Welt und durch alle Epochen hindurch finden sich wirkmächtige Schutzsymbole. Diese Zeichen dienten seit jeher dazu, Menschen vor Gefahren zu bewahren, böse Mächte abzuwehren und Glück sowie Wohlstand herbeizuführen. Viele dieser Symbole wurden in Grabkammern gemeißelt oder auf Hauswände gezeichnet. Die Menschen fertigten schützende Amulette und Talismane an, um stets vor Unheil bewahrt zu bleiben. Schutzzeichen begleiten die Menschheit seit ihren frühesten Anfängen und viele von ihnen erfreuen sich bis heute ungebrochener Beliebtheit.

Das Auge des Horus
Das Auge des Horus (Udjat-Auge) war eines der heiligsten Schutzzeichen des alten Ägypten. Horus war der Sohn von Isis und Osiris. Er wurde gezeugt, nachdem Osiris von seinem eifersüchtigen Bruder Seth ermordet worden war. Isis floh mit dem Knaben, und als Horus herangewachsen war, focht er erbitterte Schlachten gegen Seth um die rechtmäßige Herrschaft über Ägypten aus. In einem dieser Kämpfe schlug Seth Horus das linke Auge aus. Als das Auge auf wundersame Weise durch Hathor (oder Thot) geheilt und wiederhergestellt wurde, opferte Horus es seinem Vater Osiris, der nun über die Unterwelt herrschte, um dessen Geist zu beleben. Das Auge des Horus symbolisiert Heilung, Opferbereitschaft, Wiederherstellung und vollkommenen Schutz. Grabbeigaben und Totenamulette in Form des Horusauges sollten die Verstorbenen auf ihrer gefahrvollen Reise durch das Jenseits behüten; so fand sich etwa ein kunstvolles Horusauge-Armband an der Mumie von Pharao Scheschonq II. Seeleute malten das wachende Auge traditionell auf den Bug ihrer Schiffe, um sichere Überfahrten zu erflehen.
Die Hamsa-Hand
Die Hand der Fatima oder Hamsa ist ein uraltes und mächtiges Schutzsymbol des Nahen Ostens und Nordafrikas. Wird sie mit nach oben gerichteten Fingern getragen, fungiert sie als starker Schutzschild gegen negative Energien und den bösen Blick; die offene Handfläche an sich ist eine universelle Abwehrgeste. Historisch geht das Symbol auf die phönizische Schutz- und Himmelsgöttin Tanit zurück, die häufig mit einem Auge in der erhobenen Handfläche dargestellt wurde, um Flüche abzuwehren. Im Judentum repräsentiert die Hamsa die helfende und beschützende Hand Gottes. Im Buddhismus und Hinduismus wird sie mit den fünf Chakren und Elementen in Verbindung gebracht. Sie wird weltweit als Schmuckstück für Frieden, Segen und Abwehrkraft getragen.
Die Triqueta (Triquetra)
Die Triqueta stammt ursprünglich aus der heidnischen keltischen Kultur. Sie verkörpert die dreifaltige Göttin (Jungfrau, Mutter, Weise Alte) und wurde im späteren Christentum als Sinnbild der Heiligen Dreifaltigkeit (Trinität) übernommen. Sie gilt als kraftvolles Schutzzeichen und ist zugleich dem nordischen Göttervater Odin zugeordnet (verwandt mit dem Valknut). Mit der ihr innewohnenden magischen Dreizahl schützt die Triqueta ihren Träger auf allen Ebenen des Seins und wird gern in schützende Talismane eingraviert.
Die Schildkröte
Für die indigenen Völker Nordamerikas ist die Schildkröte ein herausragendes Schutz- und Schöpfungssymbol. Obwohl sie in den einzelnen Stämmen vielfältige Bedeutungen besitzt, wird sie ausnahmslos als behütendes Element verehrt. Die Schildkröte verkörpert Mutter Erde (Turtle Island) und Langlebigkeit; der Überlieferung nach half sie entscheidend bei der Erschaffung der festen Erde mit. Auch in der hinduistischen Kosmologie ruht die Welt auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte (Kurma). Die Schildkröte symbolisiert allumfassenden Schutz von oben sowie die mütterliche Geborgenheit der Erde.
Der Knoten der Inanna
Der Inanna-Knoten ist das heilige Sinnbild der sumerischen Göttin Inanna (später Ischtar). Inanna wurde als Königin des Himmels verehrt, und das Schilfbündel mit gerollter Schlaufe diente als ihr Piktogramm an Tempeltoren. Sie gebot über Kriegskunst, Liebe und Zeugungskraft. Der Knoten der Inanna symbolisiert die unversiegbare Schöpfungskraft des Lebens und ziert seit dem vierten Jahrtausend v. Chr. mesopotamische Schutzamulette.
Traumfänger – Die nordamerikanischen Ureinwohner betrachten den Traumfänger (Dreamcatcher) als unverzichtbaren Schutz. Das gewobene Netz fängt unheilvolle Alpträume und böse Zauber ein, während die guten, heilsamen Träume sanft durch die Federn zum Schlafenden herabgleiten.
Der Skarabäus
Der Skarabäus (Mistkäfer) war das heiligste Amulett des alten Ägypten. Da der Käfer eine Dungkugel rollte, in der seine Nachkommen heranwuchsen, glaubten die Ägypter, er erschaffe sich selbst aus dem Nichts. Er wurde mit dem Sonnengott Chepri gleichgesetzt, der die Morgensonne über den Himmel schiebt. Skarabäen dienten als Herz-Amulette in Gräbern, um das Herz des Verstorbenen beim Totengericht zu schützen, und wurden im Alltag als Glücksbringer und Siegelringe getragen.
Das ägyptische Ritualmesser
Im alten Ägypten galt das Messer als mächtiges Werkzeug der magischen Abwehr und des Schutzes. Das bevorzugte Kultmesser war das archaische Feuersteinmesser (Des). Messer treten in Unterweltdarstellungen fortwährend auf: Sie dienen dazu, die finsteren Feinde des Verstorbenen abzuwehren und ihm einen sicheren Pfad durch die Schrecken des Jenseits zu bahnen. Wachsame Schutzgottheiten wie der zwergenhafte Gott Bes und die Nilpferdgöttin Taweret wurden fast immer bewaffnet mit scharfen Messern dargestellt. Ebenso trugen die Wächter der Unterweltstore Messer, um Unbefugte und Dämonen fernzuhalten.
